Arm oder Doof – Das Leben ist gerecht

Vor ein paar Tagen hatte mich ein Freund aus der Kirche zu einem Facebook Event gegen Studiengebühren eingeladen. Nun war ich persönlich nicht so im Thema und habe meine Facebook Freunde gefragt, warum Studiengebühren abgeschafft werden sollten aber gleichzeitig alle nach besserer Bildung rufen. 

Sicherheit vs. Chance

Die Debatte die entbrannte kannst Du Dir selbst auf Facebook anschauen. Was mir dabei auffiel, ist der massive Unterschied in der Argumentation. Meine Freunde in den USA, auch die, die eher links stehen, argumentieren immer entlang den Chancen die sich aus einer Situation ergeben. Kann ich mit einem Studium mehr verdienen, kann ich die Welt verbessern, kann ich etwas ganz Grosses bewegen? Auf der deutschen Seite geht es immer um Sicherheit. Werde ich meine Schulden zurück zahlen können, kann ich in der Nähe meiner Eltern einen Job finden, wer sichert mir zu, dass ich überhaupt einen Job bekomme? Persönlich denke ich, dass wir endlich lernen müssen grösser zu denken und in Chancen. Brauchen wir Studiengebühren, ja auf jeden Fall, denn gute Leistung (Uni) kostet Geld und zu hoffen, dass mir das der Staat bezahlt ist einfach naiv.

Prioritäten vs. Klientel

Die Diskussion hatte aber auch einen Unterton von Klientelpolitik. Wenn die FDP mal wieder (zu recht) rund gemacht wird, dass sie ihrer eigenen Klientel Staatsgelder zuschiebt indem sie die MwSt auf Hotelübernachtungen senkt oder die CSU meint eine Herdprämie sichert ihr die Wiederwahl in Bayern, übersehen wir leicht, dass Abschaffung der Studiengebühren mit dem Argument der Gerechtigkeit auch nur eine Klientelpolitik ist. Wer echte Gerechtigkeit will, muss schon viel früher anfangen. Solang Kinderbetreuer kaum etwas verdienen, solange “auf Lehramt studieren” der Weg des geringsten Widerstandes ist, solange werden wir Kinder haben die es schwer haben in einem globalen Markt zu bestehen. Du kannst Dir keine Studium leisten? Falscher Gedanke! Wie kann ich mir eine Studium leisten: das ist der Spirit den wir brauchen. Jeder Euro der übrig ist, sollte in die Kinder investiert werden!

Das Leben ist gerecht

Was uns zur berechtigten Frage bringt, dürfen arme Menschen studieren? Natürlich sollte die Zulassung zur Hochschule einzig allein von der Leistung abhängen. Aber muss deshalb der Staat die Kosten für alle Studenten tragen? Ich denke nicht! Vielmehr sollten wir jeden Cent in die Bildung unserer Kinder stecken, sodass sie mit 20 Jahren in der Lage sind ein Studium nicht nur anzufangen, sondern auch die Chancen und Verantwortungen zu erkennen. Ein Studium ist eine Lebensentscheidung, keine Versicherung. Ich leiste mir 4-5 teure Jahr und investiere in meine Zukunft. Es ist aber nicht einzusehen, dass dieses Investment staatlich subventioniert werden soll, während Kinderbetreuer, Krankenschwestern oder Lehrer von einem beschämend niedrigem Gehalt leben müssen.  Wer Gerechtigkeit fordert, sollte bitte den Blick auf das grosse Ganze nicht verlieren.

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